Farben wecken Appetit und Neugier. Wir bitten die Kinder, zwei Farben auszusuchen, die heute vertreten sein sollen, und schlagen passende Varianten vor: gelbe Paprika, rote Tomaten, grüne Erbsen, violette Trauben. Die Auswahl bleibt begrenzt, damit Entscheidungen leichtfallen, und dennoch fühlt sich jeder gehört. Mit der Zeit wächst der Mut, neue Farbtöne zu probieren, weil das Spiel vertraut ist und Spaß macht, statt wie eine Prüfung zu wirken.
Proteine geben ruhige Energie, komplexe Kohlenhydrate liefern verlässliche Kraft, gute Fette runden den Geschmack ab. Wir servieren in der Mitte des Tisches, damit Kinder selbst nehmen und lernen, Hunger und Sättigung zu spüren. Kleine Portionen, schnelle Nachschläge, kein Kommentieren von Mengen. So entsteht Vertrauen, das langfristig zu vielfältigeren Entscheidungen führt. Druck weicht souveräner Gelassenheit, und die Mahlzeit bleibt ein Ort für Gespräch, nicht Verhandlung.
Statt Zwang nutzen wir neugierige Mini-Experimente: riechen, berühren, winzige Stücke probieren, dann entscheiden. Wir erklären Aromen als Landkarte – süß, salzig, sauer, bitter, umami – und erforschen gemeinsam, was angenehm überrascht. Neue Lebensmittel erscheinen neben Vertrautem, nie allein. Manchmal braucht es zehn Begegnungen, bis ein Lebensmittel akzeptiert wird, und das ist in Ordnung. Fortschritt zeigt sich in Fragen, Blicken, Gelächter und einem einzigen zusätzlichen Bissen.